Am Wochenende vom 30.09.2011 bis 01.10.2011 fand in Hannover „Albtraum in der Zombieschule – eine Arbeitstagung zur praktischen Filmbildung in der Schule“ statt. Die Tagung war die Fortsetzung des Film>>up-Kongresses (Hannover, 02.-04.10.2010) der die in der Filmarbeit mit Jugendlichen Tätigen zusammenbringen sollte (http://kongress.film-up.org/). Organisiert wurde die Arbeitstagung vom Team des „Up and coming“-Filmfestivals in Hannover (24. – 27.11.2011), bei dem in diesem Jahr erstmalig ein Bundes-Schülerfilm-Preis vergeben wurde (http://www.up-and-coming.de/Festival-2011.278+M54a708de802.0.html). Stärker als im letzten Jahr lag der Schwerpunkt diesmal auf der Filmarbeit in der Schule; etwa die Hälfte der Teilnehmer waren Lehrer (neben Kunstlehrern und Filmlehrern waren auch zahlreiche weitere Fächer vertreten, in denen mit dem Medium Film gearbeitet wird, z. B. Deutsch, Ethik etc.), die restlichen Teilnehmer der Tagung waren Filmemacher, Medienpädagogen, Uni-Dozenten und Studenten.
Der BdK war vertreten durch die Medienreferenten Klaus Küchmeister und Joachim Koschinski (Berlin).
Am ersten Tag wurde in vier Arbeitsgruppen gearbeitet:
Die AG. 1 („Die Querschnittsproblematik: Film für alle – aber wie?“) untersuchte die Frage, ob Film eine Querschnittsaufgabe ist oder als eigenständiges Schulfach etabliert werden sollte. Ist Film lediglich ein Medium wie andere auch, bei dem es um die Inhalte geht (diese Position wurde vor allem von den anwesenden Deutsch- und PW-Lehrern vertreten) oder geht es um die Filmsprache (Kunstlehrer)? Sollte Film an die bestehenden Fächer angebunden werden oder sollte ein neues Fach „Filmbildung“ etabliert werden? Für letztere Lösung betrieben die anwesenden Filmlehrer intensive Lobbyarbeit. Die BdK-Vertreter verwiesen darauf, dass ein neues Fach notwendigerweise zu Lasten anderer Fächer gehen würde und betonten, dass die neuen Medien bereits Teil der Rahmenlehrpläne Kunst seien. Dem Fach Kunst, das nicht weiter gekürzt, sondern im Gegenteil dringend in den Stundentafeln aufgewertet werden müsse, käme hier naturgemäß eine Schlüsselrolle zu.
Bezüglich der Medienbildung als Querschnittsaufgabe wurde als Beispiel Hamburg genannt, wo es ein diesbezügliches Curriculum gibt (http://li-hamburg.de/abt.lif/bf.1600/bf.1600.themen/bf.1600.themen.Rahmenplan/index.html).
Konsens bestand hinsichtlich der Forderung, dass Medienbildung Pflichtmodul in der Lehrerausbildung aller Fächer wird.
Die AG. 2 („Die Rahmenbedingungen praktischer Filmbildung“) stellte sich die Frage, ob Filmbildung in der Schule in Kooperation mit außerschulischen Partnern oder mit den eigenen Mitteln der Schule stattfinden sollte. Dazu untersuchte die notwendigen sächlichen und personellen Ressourcen und forderte epochalen Unterricht für Film und letztendlich ein eigenes Fach Film.
Die AG. 3 („Schulen und ihre Kooperationspartner – Wer mit wem und warum?“) untersuchte die Rahmenbedingungen, die erfüllt sein müssen, damit Schulen eine Kooperation mit externen Partnern eingehen können.
Die AG. 4 („Projektbewertung und Projektdokumentation – Alles eine Frage der Evaluation?“) stellte sich die Frage, ob die Schüler durch die (gute) Benotung motiviert werden oder ob Filmarbeit in der Schule grundsätzlich nicht benotbar ist.
Mehrheitlich sprach sich die Arbeitsgruppe für eine Benotung aus, die aber auch den Prozess und nicht nur das Ergebnis berücksichtigen solle.
In abendlicher Runde wurden sodann Schülerfilme gezeigt. Aus den gesehenen Beispielen wurde deutlich, dass nur der Kunstunterricht es leisten kann, gestalterische Sicherheit mit Nachhaltigkeit zu verbinden.
Ein interessantes Projekt aus dem Kunstunterricht, das vorgestellt wurde, war „MobileMovie“ aus Hamburg (http://www.mobilemovie-hamburg.de).
Am zweiten Tag stand das Projekt „Schüler-Film-Stadt“ (http://www.schuelerfilmstadt.de/) im Mittelpunkt: Aus fünf Städten (Aachen, Flensburg, Gera, Stralsund, Würzburg) nehmen insgesamt elf Schulen teil. Zusammen mit außerschulischen Kooperationspartnern (z. B. Uni Flensburg, Landesmedienanstalt, Offener Kanal etc.) werden Filmprojekte angestoßen, die nicht nur die Schülerproduktion zum Ziel haben, sondern zugleich auch die Fortbildung der Kolleginnen und Kollegen und die Ausbildung von Lehramtsstudenten.
Abschließend wurde auf die neu erschienene Lehr-DVD „Faszination Film“ (http://www.vierundzwanzig.de/neues_auf_24/lehr_dvd_faszination_film_ist_da) und auf das Festival FiSH – Festival im Stadthafen Rostock (13. – 15.05.2011) (http://www.fish-rostock.de/) hingewiesen, verbunden mit einem Aufruf, Filme einzureichen.